Neues aus dem Saalbaukreis

Seit der erfolgreichen Crowdfunding-Aktion haben wir im Saalbaukreis unsere Arbeit intensiviert, damit im Sommer mit dem Bau begonnen werden kann. Für die Festlegung des Baubeginns ist es jedoch noch zu früh, denn zuerst müssen etliche Ausschreibungen getätigt sein, damit Sicherheit im Bezug auf die Einhaltung des Kostenrahmens gewährleistet ist!

Die Gespräche mit diversen Fachplanern, Ämtern und sonstigen Institutionen (Statik, Lüftungsplanung, Raum- und Elektroakustik, Beleuchtung, Bühnentechnik, Bauamt, Feuerwehr etc.)  sind aber schon in vollem Gange und ab jetzt werden wir regelmäßig über die aktuellen Entwicklungen informieren. Zum Einstieg zeigen wir heute ein Bild, das 3D einen Schnitt durch unseren geplanten Saal zeigt und geben am Beispiel Raumakustik einen kleinen Eindruck davon, welche Überlegungen uns bei unseren mittlerweile zweiwöchig stattfindenden Sitzungen so umtreiben:

 

Unsere Wünsche an die Raumakustik im Saal sind natürlich sehr groß und am liebsten hätten wir die „eierlegende Wollmilchsau“ realisiert – eine Raumakustik also, die bei Musikaufführungen ein enormes Klangvolumen im Zuschauerraum entfaltet und dabei optimale klangliche Gegebenheiten für die Musiker auf der Bühne liefert. Zum anderen soll die Textverständlichkeit bei Theateraufführungen selbstverständlich auch exzellent sein.  Zum Glück gibt es Fachleute, die uns verständlich und einfühlend erklären können welchen Einfluss die Raumform und das Raumvolumen auf die Akustik haben und dass es gute Gründe dafür gibt, dass es zum einen Opernhäuser für Musikaufführungen und zum anderen Schauspielhäuser für Theateraufführungen gibt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Anforderungen an den Brandschutz wegen der neuen Landesversammlungsstättenverordnung enorm gestiegen sind und Entrauchungsöffnungen über dem Saal und der Bühne unerlässlich sein werden.

Das wars erst mal mit der Wollmilchsau!

 

Trotzdem hat unser Architekt gemeinsam mit unserem Akustikplaner Herrn Prof. Danner nach einer Möglichkeit gesucht, um bei der von uns gewählten Saalform für die jeweilige Gelegenheit die Akustik flexibel beeinflussen und verbessern zu können.

Das Ergenis ist zum einen eine akustisch optimierte Saaldecke mit Lüftungsöffnungen und Akustkreflektoren über der Bühne. Der Clou sind aber die geplanten Akustik-Klappabsorber an der Wand, die es in dieser Form wohl noch nicht gibt und die bei Bedarf mit einem möglichst einfachen Mechanismus aus- bzw. eingeklappt werden können. Geöffnet, wie auf dem Bild mit jeweils drei Spitzen nach oben, dämpfen sie den Nachhall für die Sprachverständlichkeit, geschlossen, dann mit jeweils nur einer Spitze unterstützen sie die akustische Musik mit mehr Volumen. Das passende Material ist auch bereits gefunden, aktuell erstellt ein Schreiner ein erstes Angebot für die Absorber.

 

Ein nicht zu unterschätzendes Thema im Zusammenhang mit der Akustik ist die mitunter große Diskrepanz zwischen der Situation bei Proben in einem leeren Raum und der dann stattfindenden Aufführung im vollen Saal. Einen großen Einfluss haben hier die eingebauten Stühle. Die ansteigenden Sitzreihen werden sowohl mit fester, als auch mit mobiler Bestuhlung bestückt werden, letztere kann zusamen mit den Podesten darunter weggeräumt und verstaut werden. Geeignete (und bezahlbare) Stühle mit entsprechenden Akustikwerten suchen wir noch. Derzeit prüfen wir  für die feste Bestuhlung ob gebrauchte Sitze, die vom Eurythmeum in Stuttgart angeboten werden, für uns eine gute Möglichkeit wären. Bei der noch vorhandenen Finanzierungslücke (uns fehlen ja immer noch knapp 35.000 Euro an Spendengeldern) sicher eine Überlegung wert – und garantiert anthroposphisch wären sie ja auch!

 

Neben den bereits angesprochenen Entrauchungsöffnungen über Saal und Bühne, der akustisch optimierten Saaldecke mit Lüftungsöffnungen, den Akustikreflektoren über der Bühne und den Akustik-Klappabsorber an der Wand kann man auf dem Bild noch den Frontlichtzug mit Scheinwerfern, Wandleuchten, Lautsprecher, eine Horizontwand, den Beleuchterbalkon, und den Platz für den Flügel und den Rollstuhlfahrer sehen.

 

Ach ja, und einen Löschteich wird es auch geben. Doch dazu später mehr….

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    André (Freitag, 18 Mai 2018 12:09)

    Waren die Akustik-Klappabsorber an der Wand und die akustisch optimierte Saaldecke mit Lüftungsöffnungen und Akustkreflektoren über der Bühne in der Ursprungsplanung schon enthalten? Wirken sich die erhöhten Brandschutzbestimmungen nicht auch auf die Baukosten aus?
    Kämmen wir dann überhaupt mit den noch fehlenden 35 T€ aus oder müssen wir vielmehr mit weiteren Aktionen einen Puffer aufbauen

  • #2

    K.P. (Freitag, 18 Mai 2018 15:06)

    Eine weitere Frage wäre, ob man hier nicht über das Ziel hinaus schießt. Wir sind schließlich immer noch eine Schule und nicht die Elbphilharmonie. Außerdem sollte bedacht werden, dass auch in anderen Bereichen der Schule Sinnvolles auf Umsetzung wartet. Man sollte sich für den sicherlich wünschenswerten Saalbau finanziell nicht zu sehr verausgaben.

    P.S. Dennoch ein großes Lob an die engagierten Beteiligten des Saalbaukreises !